Portrait

Stefan Schumacher wird am 21. Juli 1981 im baden-württembergischen Ostfildern-Ruit, direkt südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart geboren. 

Die Anfänge
Schon früh entdeckt er seine Liebe zum Radsport. Im Jahre 1995 nimmt Stefan als 14-Jähriger zum ersten Mal an einem Straßenrennen für Schüler teil. Die ersten Schritte seiner Radkarriere sind nicht wirklich von Erfolg gekrönt – Stefan ist in diesem Rennen chancenlos – und dennoch stellt er schon damals das unter Beweis, was ihn bis heute auszeichnet: seinen absoluten Willen. 

Stefan trainiert hart - erst beim RSC Nürtingen, dann bei der LG Stuttgart. Die Erfolge lassen nicht lange auf sich warten: Denn Stefan hat nicht nur einen unbändigen Willen, sondern eben auch Talent. Schumacher zeichnet sich früh als Allrounder aus und bringt damit beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Radrennprofi mit - er kommt sehr gut über Hügel und Berge, kann gut Zeitfahren und hält auch in Massensprints mit. 

Erster Profi-Vertrag
Über die U-23-Manschaft des großen Teams Telekom führt ihn der Weg 2002 zu seinem ersten Profivertrag – ebenfalls bei Telekom. Zwei Jahre - von 2002 bis 2004 - fährt Stefan im magentafarbenen Trikot des damals größten deutschen Rennstalls bevor er 2004 – nach einigem Verletzungspech - zum GS-III Team Lamonta wechselt. Dort gelingt ihm endgültig der Durchbruch. Stefan wird in diesem Jahr u.a. deutscher Vizemeister hinter Andreas Klöden. 2005 wechselte er zu Shimano-Memory Corp und gewinnt die Niedersachsen-Rundfahrt und die Ster Elektrotoer. Beim ProTour-Rennen Amstel Gold Race erreichte er einen 16. Platz.

Die größten Erfolge
Es folgt der nächste Schritt in seiner Karriere: Von 2006 bis 2008 steht Stefan beim Team Gerolsteiner unter Vertrag. Im hellblauen Trikot dieses Rennstalls feiert Stefan die bislang größten Erfolge seiner Karriere: Zwei Etappensiege beim Giro d’Italia und für zwei Tage Träger des Rosa Trikot des Gesamtführenden (2006), WM-Dritter beim Straßenrennen in Stuttgart, Sieg beim Klassiker Amstel Gold Race und Gesamtsieg bei der Bayern-Rundfahrt (2007) sowie zwei Tage Träger des Gelben Trikot bei der Tour de France und Deutscher Vizemeister im Einzelzeitfahren (2008).

Zwangspause 
Ende 2008 wird Stefan in Nachkontrollen zur Tour de France 2008 positiv auf den Epo-Nachfolger Cera getestet und daraufhin von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD für Rennen in Frankreich gesperrt. Der Radsport-Weltverband UCI dehnte die Sperre wenig später weltweit aus. Stefans Einsprüche bleiben weitestgehend erfolglos - die Sperre läuft bis einschließlich 27. August 2010. Anschließend will Stefan schnellstmöglich wieder aufs Rad steigen und endlich wieder mit sportlichen Erfolgen und Leistungen Schlagzeilen machen.  

Blick nach vorne
Die Zeit seiner Sperre hat Stefan genutzt, um an sich zu arbeiten. Nicht nur körperlich mit täglichem Training, sondern auch ganz persönlich. Er ist reifer geworden und hat sich weiterentwickelt. Und noch etwas ist neu im Leben von Stefan: Seit Mitte 2010 trägt er einen Ehering. Im Juni gab er seiner langjährigen Lebensgefährtin Ina in Nürtingen das Ja-Wort.

2010/2011 - Comeback bei Miche
Im August 2010 unterschreibt Stefan einen Vertrag beim italienischen Continental-Team Miche. Am 5. September 2010, beim Giro della Romagna, geht Stefan zum ersten Mal für die Italiener an den Start. Den Herbst 2010 nutzt Stefan bei einigen Klassikern wieder Wettkampfhärte zu bekommen. In seiner ersten vollständigen Comeback-Saison 2011 erlebt Stefan dann ein Jahr mit Höhen und Tiefen. In der ersten Saisonhälfte gelingt es Stefan vier Rennen zu gewinnen: Bei der Asturien-Rundfahrt gewinnt er die Auftaktetappe und tags darauf auch das Einzelzeitfahren. Nach Platz vier bei der Madrid-Rundfahrt folgen die nächsten Siege im Iran – bei der Aserbaidschan-Rundfahrt (Kat. 2.2) sichert sich Stefan die erste sowie die letzte Etappe, in der Gesamtwertung wird er Vierter. Die letzte Podiumsplatzierung der Saison 2011 gelingt Stefan im Juni in der Schweiz. Beim GP Kanton Argau (Kat. 1.1) passiert er als Dritter den Zielstrich. Im August bremst Stefan dann eine Schulterverletzung nach einem Sturz bei der Coppa Bernocchi. 

2012 - Wechsel nach Dänemark
Im November 2011 gibt Stefan seinen Wechsel zum dänischen Rennstall Christina Watches Onfone bekannt. Für Stefan ein Schritt in die richtige Richtung. Das erst Anfang 2011 gegründete Radsportteam der dänischen Uhren-Designerin Christina Hembo hat ehrgeizige Ziele und angekündigt, bis spätestens 2016 den Pro-Tour-Status erreichen zu wollen. Neue Teamkollegen von Stefan Schumacher bei Christina Watches Onefone sind ab sofort der dänische Radprofi Michael Rasmussen sowie der Italiener Angelo Furlan.

2013 - Das Geständnis
Im März 2013 entscheidet sich Stefan zu einem wichtigen Schritt: Er räumt radikal mit seiner Dopingvergangenheit auf. Stefan gesteht, dass er bis zu seiner Sperre unerlaubte Mittel zur Leistungssteigerung genommen hat. Gleichzeitig stellt er klar, dass er seit seinem Comeback hundertprozentig sauber unterwegs ist. Er glaubt, dass sich der Radsport im Wandel befindet – und er auch in der Lage ist, große Rennen sauber zu gewinnen.